Die Sonne scheint, es sind endlich angenehme 25 Grad, ich habe den ganzen Tag Zeit und das Rad steht bereit. Auf geht’s! Oder auch nicht. Meine Hüfte schmerzt und ich habe einen Termin beim Arzt. Dieser untersucht mich gründlich, macht seine Bewegungstests und schickt mich sofort zum MRT. Am gleichen Nachmittag ruft er mich an und verkündet das mein Sacral Gelenk (mein Arsch) mal wieder unter einer Stressfraktur leidet. Als wäre das nicht genug äußert er Bedenken, das etwas mehr als nur Überbelastung die Ursache sein könnte. Ich werde zur Blutabnahme geschickt und bekomme einen Termin beim Rheumatologen… 

Wie sagt man so schön? Die härteste Qual ist es einem vorzuzeigen, was man nicht haben kann. Dieser Blog ist in gewisser Art ein 2. Teil zum „Der Kampf in mir“ Blog. Ich will euch zeigen warum ich positiv in die Zukunft schaue und wie ich zu dieser Sichtweise gekommen bin. 

Wir alle gehen durch Höhen und Tiefen. Das wird einem erst so richtig bewusst, wenn man sieht das die ganze Welt durch ein Tief bzw. eine harte Zeit geht, wie in diesem Jahr. Ob man durch so eine Zeit untergeht oder stärker hervorkommt, ist jedem selbst überlassen. Mich hat es schon immer fasziniert wie harte Schicksale gewisse Leute einfach stärker machen. Aber das passiert nicht automatisch. Es ist immer so leicht gesagt „hey du kommst stärker zurück!“ Aber wie soll das gehen? Und was bedeutet das „stärker“ überhaupt? 

Wie wir auf schlechte News reagieren ist sehr individuell und von vielen Faktoren abhängig. Egal in welcher Ausgangslage man sich befindet (Optimist, Pessimist etc.) man kann an seiner Sichtweise arbeiten. Mein Zuhause war von beiden Sichtweisen geprägt. Oft war vieles einfach scheiße und es wurde viel vom morgen wird es besser geredet. Aber all das hat mich nicht auf das Leben vorbereitet. Am Meisten lernen wir, wenn wir Sachen selber durchleben. Jetzt könnte ich das so stehen lassen und sagen, „geht raus, macht Fehler und werdet besser“. Oft erleben wir aber Sachen, die kein positives Ende haben. Wie soll ich dadurch besser werden?

Fühle den Unterschied – Negativität bringt dich nicht weiter! 

Ich hatte meinen Hüftschmerz das 1. Mal als ich 18 war. Keiner wusste was ich habe und alle schickten mir nur weiter. „Das wird wieder, hier sind ein paar Schmerztabletten.“ Aber es wurde nicht besser. Training fiel aus und ich ließ den Kopf hängen. Ich fiel in eine Negativspirale und fing an verschiedene Bewältigungsmechanismen zu bemühen, um mich abzulenken. Hat mich das in dem Moment vorwärtsgebracht? Nein, aber mich hat es abgelenkt und ich konnte Sachen verdrängen. Der Grundtenor war aber trotzdem negativ. 

Ein paar Jahre später war ich wieder im Training und schmerzfrei. Mittlerweile hatte ich einige Bücher gelesen und mehr Geschichten von anderen Leuten gehört. Die Schmerzen fingen wieder an. Der erste Gedanke waren die Bewältigungsmechanismen, der vergangen Jahre. Die ersten Schritte in die Negativspirale wurden gesetzt. Diesmal erinnerte ich mich jedoch an die Worte meiner Ma: „Strampeln bis es Butter wird“. Das bedeutet es ist hart, aber wenn wir nicht aufgeben wird es besser. Okay Schmerz ich schau dir in die Augen! Unbeeindruckt machte er mir weiter das Leben zur Hölle. Also ging ich zum Arzt und bekam ein paar Spritzen. Es wurde wieder besser und ich konnte für ein paar Jahre aufatmen und mich bis nach Kona bewegen. Der Unterschied? Ich hatte gelernt das Selbstmitleid und Negativität NICHTS für mich tun. Im Gegenteil sie machen alles nur noch schlimmer. Das hat bei mir den Schalter umgelegt und alles verändert.

Ich habe begonnen meine Ansichten zu hinterfragen und meine Einstellung zum Leben. Das klingt höhertragend als es ist. Aber ich denke folgende Frage ist grundlegend wichtig für den Umgang mit schlechten Ereignissen, Negativität und Misserfolgen. Wie will ich mein Leben leben? Will ich gefangen sein oder selbstbestimmt leben? Sich der Negativität und Bewältigungsmechanismen hingeben ist so als würde man die Kontrolle über sein Leben abgeben. Alle Hoffnungen, Träume und Wünsche werden auf Eis gelegt. Wer will das schon? Ich sage nicht, dass wir alle rosa Einhörner sein sollen, die den ganzen Tag tanzen. Aber ich weiß mit einer positiven Einstellung erschaffen wir neue Welten und bewegen uns nach vorne. Und das ist am Ende des Tages DAS WICHTIGSTE! Wir müssen uns weiterbewegen, denn nur so können wir Sachen überwinden. An einem Berg stehenbleiben oder wieder runterrollen. Das bringt uns nichts. So kommen wir nie über die Kuppe und ins nächste Dorf. 

Mit dieser Einstellung habe ich recht erfolgreich meine immer wiederkehrenden Schmerzen und Probleme weg gemanagt. Mal erfolgreich, mal weniger erfolgreich. Wie im letzten Blog beschrieben, bin auch ich nicht von depressiven Schüben verschont geblieben, aber trotzdem bin ich positiv was das die Zukunft angeht. Jeder hat mal einen schlechten Tag, Monat, Jahr oder ein Lebensereignis was einen aus der Bahn wirft. Entscheidend ist das wir verstehen, das es drauf ankommt wie wir reagieren und welche Macht das über die Zukunft hat. 

Die letzten 3 Jahre war ich so oft verletzt, dass ich es fast gar nicht mehr zählen kann. Piriformis links, Piriformis recht, 2x Sacral Gelenk gebrochen. Absolut abartig zu sehen das ich in mein 4. Profijahr gehe und erst 4 Rennen gefinisht habe. Diese wenigstens auf dem Podium, aber so macht das alles keinen Spaß. Bin ich zu Verletzungsanfällig, um Pro zu sein? Was ist los? Ich trainiere weniger, also bevor ich Pro geworden bin und trotzdem schlägt es immer wieder zu. Die neuste Stressfraktur ist in der Vorbereitungsphase bei geringen Umfang aufgetreten. Da stimmt was nicht. Mein Arzt hat mich nicht ohne Grund zum Rheumatologen geschickt. Die Vermutung liegt auf irgendeiner Autoimmun Krankheit, die mein Hüftknochen angreift. Ob das stimmt werden wir sehen. Ich könnte jetzt heulend in der Ecke sitzen und sagen Mist 6 Wochen Laufpause und womöglich eine abartige Krankheit. Aber nein ich sitze hier voller Spannung, hoffentlich erfahre ich endlich was los ist und warum ich seit 12 Jahren immer wieder damit zu tun hab. Ich schau dem Ganzen positiv entgegen und habe mehrere Pläne in der Tasche.

Das bedeutet nicht das ich nie negative Gedanken habe, aber ich merke das je weniger Zeit ich mit negativem Kram verschwende, desto mehr Lebensqualität habe ich. Die Einstellung zu Problemen ist also das was den Unterschied macht. Denkt positiver und euer Leben wird positiver. Ich könnte jetzt besoffen in Frankfurt/Oder in der Bar hängen, aber nein ich lebe in Amerika, habe eine super Frau, meine eigenes erfolgreiches Coaching Business und wir leben auf Hawaii. Ich bin glücklich und liebe mein Leben. Das Leben ist, das was du draus machst. Denke positiv und lerne aus schwierigen Situationen. Ich hoffe das wir das alle auch auf diese Zeit anwenden können und gemeinsam positiver hervorkommen. Du hast es in der Hand!

Flo