Corona-Jahr und erste WM-Quali

Corona-Jahr und erste WM-Quali von Janek Fischer

Dieses Jahr begann, wie das Alte endete… Corona war immer noch Thema Nr. 1! Allerdings gab es aus meiner Sicht mehr Positives, als Negatives. Aber alles der Reihe nach. Ich möchte bevor ich mit dem Jahr 2021 starte, noch kurz das vergangene Jahr in 2-3 Sätzen beschreiben. 

Mein erstes Jahr bei Kona Endurance, mein erstes Jahr mit Flo, mein erstes Jahr im „richtigen“ Triathlon-Training. Trainieren wie ein Profi? An ein paar Tagen habe ich mich sicher so gefühlt! Vor allem dann, wenn es richtig gut lief und lange Tage perfekt abgespult werden konnten. Perfekt lief auch der 20. Dezember 2020, obwohl ich alleine mit mir und meiner Uhr war, konnte ich eine neue persönliche Bestleistung über die 10km Strecke erreichen. Unter 35 Minuten! Als ich mit Kona Endurance begonnen hatte, reine Utopie und unvorstellbar für mich. 

Schnell habe ich aber auch festgestellt, dass es nicht so ist, wie es immer bei den Profis scheint. Die wenigstens sprechen über ihre „no head days“ – aber auch diese gibt es. Bei den Profis, bei Euch, bei mir… Ich erinnere mich an eine Einheit im Winter, 2h easy Rad auf dem Plan, draußen -10°C dementsprechend Rolle, indoor, keine Intervalle. Einfach 2h locker auf dem Rad. Musik? Keine Lust. Film? Serie? Keine Lust. Podcast? Keine Lust. Ich habe mich dann wohl mit allem anderen abgelenkt, was ging… Zwischen allen Medien hin und her gewechselt. An solchen Tagen ist es Arbeit, Training abspulen und weiter. An solche Tage wird man sich immer erinnern, wenn es mal nicht so läuft. Aber hey, an diesem Tag im Winter… da habe ich es mental auch geschafft. Versuch dich reinzuarbeiten, dann geht es. Solange es nicht zur Qual wird – durchziehen. Die mentale Stärke bleibt!

Umzug und Wintertraining

Anfang 2021 stand für mich und meine Freundin erst mal ein Umzug an. Die neue Wahlheimat Gelnhausen; weniger Schnee, mehr Möglichkeiten, endlich ein Triathlon Verein vor Ort, was gleichzeitig geregeltes Schwimmtraining bedeuten sollte… Wäre da nicht Corona gewesen. Also musste ich mich, wie ihr alle – hoffentlich! 😉 -, dem Zugseil verschreiben. 3-4 Mal die Woche, Woche für Woche, Einheit für Einheit. Ich habe es, so gut es ging, durchgezogen. Ich hatte die ganze Zeit das Ziel: „The Championship“ in Samorin vor Augen. Der zu diesem Zeitpunkt für Mai datiert war. Daher war die Motivation für das Trockenschwimmen irgendwie immer präsent. Als aber recht schnell klar war, dass dieser Wettkampf wieder nicht stattfinden kann, war die Motivation für das Zugseil erst mal begrenzt. Allerdings wusste ich, dass das Schwimmen meine größte „Baustelle“ ist und ich, zumindest muskulär, schon für das „richtige“ Schwimmtraining gerüstet sein muss. 

 Das Training gestaltete sich wieder mehr zum Grundlagen Training. Der Wettkampf in Samorin wurde für den29. August 2021 festgelegt.

Über den Winter bin ich mit vielen langen Läufen, einigen Langlauf-Einheiten mit meinen Brüdern, sowie den geliebten VO2 Max Einheiten gut gekommen. Die neue Heimat gab außerdem die Gelegenheit, viele neue Strecken und Wege zu finden, was die langen Läufe fast nie langweilig werden ließ. 

Rückschritt ist nicht gleich Rückschritt – optimierte Leistungsdiagnostik

Leistungsdiagnostiken sind immer schön, wenn man Fortschritte macht. Nicht so schön, wenn man vermeintlich Rückschritte macht. So ging es mir. Kona Endurance bietet in Zusammenarbeit mit Pro Athletes aus Köln eine Lesitungsdiagnostik @home an. Die letzte Leistungsdiagnostik erfolgte im Dezember, FTP Test, alles super! Sprung von 20-30 Watt im Vergleich zur ersten. Geil! 

Allerdings war die Leistungsdiagnostik im März 21 nicht so zufriedenstellend, wie ich es mir erhofft hatte. Ich muss zugeben, ich bin danach echt etwas nervös geworden. Ergebnis der Auswertung, 20 Watt weniger als im Dezember. Wieso? Ich dachte, ich habe doch gut trainiert! Vielleicht hatte ich keine guten Tage oder die Auswertung war einfach besser, als beim ersten Test. Letzteres sollte sich später im Training bestätigen. Wir hatten also meine neue Schwelle festgelegt und bis heute so beibehalten. Flo, wie man ihn kennt, wusste genau was zu tun ist. Beruhigen, weitermachen, keine Panik. Wer immer über seinen Verhältnissen trainiert, wird früher oder später nicht weiterkommen. Es hat gedauert, aber ich habe verstanden, worum es geht. Falls Ihr also in dieselbe Situation kommt, entspannt euch und macht weiter! Die Werte werden steigen, seid geduldig mit euch und eurem Körper, die Anpassung wird kommen. Keine Sorge! Wie sich später rausgestellt hat, haben wir genau im richtigen Bereich trainiert ☺

Endlich wieder schwimmen!

Juni 2021, die Schwimmbäder in einigen Bundesländern öffneten wieder, Hessen hing etwas nach. Endlich darf man im Verein wieder Schwimmtraining betreiben. Die Anmeldung erfolgte und ab der ersten Einheit wurde ich in der Gruppe herzlich aufgenommen und konnte 3x in der Woche mit ihnen zusammen trainieren. Auch der Regelbetrieb in den Bädern öffnet wieder und ich konnte 1-2x wöchentlich zusätzlich trainieren. 

Wettkampfsaison startet

 Wir hatten endlich wieder Wettkämpfe! Wer hätte das gedacht? ☺ Der erste und einzige Wettkampf zur Vorbereitung auf Samorin war der City Triathlon in Frankfurt am 01. August – Olympische Distanz. Was brauchten wir noch alles für einen Triathlon? Die Liste wurde immer länger und am Ende hatte ich tatsächlich an alles gedacht! Was für ein Glück. Was für ein Glück war auch das Rennen. Endlich wieder Raceweek! Endlich wieder Raceday! Endlich wieder Finishline Momente. Ich hatte es echt vermisst. Die Nervosität in der Rennwoche, die Anspannung am Renntag. Das hatte unsagbar gefehlt und ich hatte richtig Bock zu racen! Rad abgeben, kurzes Warm up in den Laufschuhen, anziehen, Beutel abgeben, kurz ins Wasser, warm! Neo-Verbot war nicht überraschend bei der Wärme der letzten Tage… Überraschend war allerdings, dass es 100 „Top-Schwimmer“ gab, wer die ausgewählt hat, ist mir bis heute ein Rätsel. Alle anderen Athleten wurden in 4er Gruppen in Abständen von 5 Sekunden ins Wasser gelassen, was einen entspannten Start versprach. Dem war auch so, allerdings wurde es trotzdem extrem voll. Verstanden hatte ich es nicht, ich reihte mich nicht ganz vorne ein, weil ich sicher nicht einer der Top Schwimmer war. Nachdem ich dann im Rennen im Zick-Zack an einigen „Top-Schwimmern“ vorbeimusste, waren die 1500m erledigt. Ohne Neo für mich eine solide Zeit von gut 25 Minuten. Die erste Radrunde war sehr entspannt, da ich nur ein paar wenige Athleten vor mir hatte. Flacher Kurs, ein paar Brücken, das war´s. Auf der 2. Radrunde wurde es dann recht voll und ich musste an großen Gruppen vorbei. Nach 1:02 h und einem Schnitt von 42,5 km/h ging es auf die abschließenden 10km. Hier konnte ich meine 10km Zeit vom Dezember, sowie meine Form bestätigen. Nach einer Gesamtzeit von 2:09h, Platz 12 Overall und 3. in meiner Altersklasse kam ich mega happy ins Ziel. 

„The Chamionship“ bei der Challenge Samorin

Meine erste große Reise für einen Triathlon stand an. 900 km einfache Fahrtstrecke. 5 Tage haben wir im Gesamten eingeplant. So ging es über Prag weiter nach Bratislava. Bratislava liegt ca. 35 Minuten von Samorin entfernt. Wenn ihr mich heute fragt, auf jeden Fall zu weit weg vom Geschehen um so richtig entspannt anzukommen. Wir kamen also freitags an, checkten im Hotel und dann ging es Richtung Samorin. Da auch der Collins Cup an diesem Wochenende seine Premiere feierte, war an der X-Bionic Anlage richtig viel los. Jan Frodeno, Patrick Lange, Sebi Kienle, Frederic Funk, Anne Haug, uvm.. Allen sind wir immer mal wieder über den Weg gelaufen. Es war eine richtig geile Atmosphäre. Alles wirkte perfekt organisiert und Alle schienen sehr entspannt. Den Tag hatten wir also auch an der Anlage verbracht, dort die letzten Einheiten erledigt und abends mit den Profis gegessen. Hier sieht man wieder, wie geil Triathlon ist! 

Samstags stand dann der Collins Cup an, den wir uns natürlich hautnah angeschauten. 

 Sonntag. Raceday! Endlich wieder Mitteldistanz. Das zweite Rennen und der Höhepunkt des Jahres stand an. Nach einigen Verschiebungen war der Tag nun endlich da. Es ging (wie immer) mit dem Schwimmen los. 17 Grad kaltes Wasser. Ich hatte, mit ungefähr 5 weiteren Athleten, glücklicherweise die Chance, mich für 2 Minuten an die Kälte zu gewöhnen. Das war sehr viel Wert, denn einige Athleten mussten sofort nach dem Sprung ist Wasser zurückschwimmen und sich erst mal sammeln. Sammeln musste ich mich auch… Nach dem Sprung ins Wasser hatte ich meinen Chip halb verloren, irgendwie ist es mir gelungen ihn noch zu retten und im Neo unterzubringen. Schockmoment. Das Schwimmen dann war alles andere als angenehm; Wellen, Wind und Strömung haben mich keinen Rhythmus finden lassen. Nach knapp 35 Minuten kam ich aus dem Wasser und rauf aufs Rad, ab auf die Autobahn. Es wurden 80 Kilometer auf einer nagelneuen Autobahn gefahren. Die 5km bis dorthin waren dafür das genaue Gegenteil. Auf schlechten Straßen es quer durch die Stadt. Auf der Autobahn wurden 4 Schleifen gefahren; 10 km Rückenwind, 20 km Gegenwind, 20km Rückenwind, 20 Gegenwind, 10 km Rückenwind. Alles flach. Alles Aero. Alles ohne Verpflegung. Warum? Weil ich mir keine 3 Sekunden Zeit genommen habe, um die Flaschen zu greifen… Das sollte sich rächen. Die Verpflegung am Rad konnte ich zumindest dann so aufteilen, dass ich auf den letzten 10 km nicht komplett verdurstet bin. Danach runter vom Rad, rein in Laufschuhe und ab auf die Pferderennbahn. Langsam anlaufen war der Plan. Zu hektisch die Realität. Das hatte sich bei km 3 das erste Mal bemerkbar gemacht. Gehpausen. Seitenstechen. Krämpfe. Das war´s jetzt, dachte ich. Okay, du musst weitermachen. Also versuchte ich den Schmerz weg zu drücken und weiter zu laufen. Was mir bis km 6 halbwegs gelungen war. Danach folgten 2 km, in denen ich mehr gegangen, als gelaufen bin. Atmen und weitermachen, Tief atmen, dann geht’s schon. Wahrscheinlich waren hierfür auch ein wenig die Dehydration und die fehlende Flüssigkeit auf dem Rad verantwortlich. Daraus habe ich auf jeden Fall viel gelernt. Als ich dann noch an meinem Support Team vorbeikam, und ich die Anfeuerungen hörte, wusste ich, hier kann heute auf keinen Fall Schluss sein. Reiß dich zusammen und weiter. Geht schon noch! Der Kopf hat auf jeden Fall gewonnen und so konnte ich die letzten 10 km einigermaßen solide durchlaufen. Am Ende hatte ich eine Gesamtzeit von 4:19 h, Platz 29 Overall und den 8. Platz meiner AK erreicht. Damit habe ich meine eigene MD-Bestmarke um 1:20 h verbessert. Fazit des Rennens: Viel über mich, das Rennen und die Verpflegung gelernt. On to the next! ☺ 

Ironman 70.3 Luxenburg – St. George Baby!

Wer hätte gedacht, dass ich mich nach guten 1,5 Jahren im geregelten Training schon für eine Weltmeisterschaft qualifizieren kann? Ich sicher nicht. Dementsprechend groß war meine Freude über den 2. Platz in meiner Altersklasse beim Ironman 70.3 in Luxenburg, was Platz 5 Overall und 2. bester Deutscher bedeutete. Was für ein Tag!! 

Dabei war die Rennwoche diesmal alles andere als einfach. Ab Mittwochabend begann es nämlich in meinem Körper überhaupt nicht Rund zu laufen. Ich hatte mir eine nicht zu unterschätzende Erkältung eingefangen… Was bedeutete das? Rennabsage? Verschiebung? Versuchen irgendwie durchzukommen und eine Herzmuskelentzündung riskieren? Mit der Erkältung kam auch dieser Stress noch hinzu und die Unsicherheit, was ich machen sollte. Am Donnerstag dann, wie immer vor dem Rennen, der Race Call mit Flo. Ihm war sofort klar, dass ich mich nicht so anhöre, wie sonst. Der Plan nun, alles komplett runterfahren und dem Körper RUHE geben. Wir haben besprochen, komplett auf mein Körpergefühl zu vertrauen und am Renntag zu entscheiden, ob ich starte. So ging es für mich durch zwei sehr unsichere Tage und ungefähr 100 Liter Tee. Am Freitag morgen habe ich mich dann schon wieder viel besser gefühlt. Die Nacht habe ich zwar so gut wie gar nicht geschlafen, aber das konnte ich tagsüber, nach dem Check-in und einer kleinen Vorbelastung auf dem Rad, nachholen. Abends wie immer Nudeln und Pizza, die dann auch endlich wieder geschmeckt hat.

Am Rennmorgen selbst, wie der Tag zuvor auch, ging es mir immer besser. Die Nacht war zwar unruhig, aber ich habe mich fit genug gefühlt, um an den Start zu gehen. Allerdings hielt ich mir immer die Option offen, sofort auszusteigen! Was mir und meiner Erkältung an diesem Tag in die Karten gespielt hat, war auch, dass das Schwimmen komplett abgesagt wurde. Ob ich gestartet wäre, wenn das stattgefunden hätte… Ich weiß es nicht. 

Racestart. Alle 5 Sekunden wurde ein Athlet auf die Strecke gelassen, ich war glücklicherweise in der ersten Startgruppe und habe so vom ganzen Trouble hinter mir nur wenig mitbekommen. Darum war ich sehr froh, denn als es nach 25 km zum Wendepunkt an der Mosel kam, sah ich wieder die Gruppenrider… Ob es Ironman irgendwann mal ernst nimmt, mit der 20 Meter Regel? Man kann es nur hoffen. Vor mir sah ich auch immer wieder ein paar Athleten, die viel zu dicht zusammen gefahren sind. Was sich dann auch bestätigen sollte, als zwei dieser Athleten in der ersten Penatly Box standen. Es ging nach ca. 40 km in die malerischen Weinberge an der Mosel. Die Stimmung auf der Strecke war gigantisch, vor allem in Frankreich. „Allez“ „Allez“ „Allez“. In jedem noch so kleinen Dorf. Da hatte man sich ein bisschen wie bei der Tour gefühlt ☺ 

 Immer wieder kamen auch Ansagen von den französischen Fans mit Zeiten zur Spitzengruppe. Nach 60 km habe ich dann mal auf meinem Garmin rumgedrückt und eine NP von über 280 Watt gelesen. Ups. Eigentlich wollten wir Richtung 250 Watt fahren. Allerdings war ich dieses Mal wenig nach Watt, sondern mehr nach Gefühl, gerade an den Anstiegen, gefahren. Das zahlte sich aus und mein Körpergefühl ließ mich nicht im Stich. Ich war nie komplett am Limit, weshalb ich mir einen guten Lauf ausmalte. Über viele bergauf- und bergab Passagen kamen wir dann über ein paar flache letzte Kilometer zurück zur Wechselzone. 

Rein in die Wechselzone, umgezogen wurde sich direkt am Rad. Raus auf die Laufstrecke. Jetzt erst mal sammeln, locker starten, Rhythmus finden. Die ersten 4 km waren sehr einsam. Es ging auf einem Radweg ca. 4 km von der Wechselzone bis in die Stadt Remich. Dort wurden weitere 2,5 Runden gelaufen. Aus Samorin habe ich gelernt, nicht zu schnell anzulaufen, was bei mir sofort zum Verkrampfen des Zwerchfells sorgen würde. Also bin ich die ersten 4 km erstmal in einem 4er Schnitt angelaufen. Die Lunge fühlte sich gut an, von der Erkältung war so gut wie nichts mehr zu spüren. Was ein Glück. Ich konnte befreit auflaufen und langsam mein Tempo steigern. Die Stimmung an der Laufstrecke war überragend. Es hat richtig Spaß gemacht, dort zu laufen! Von meiner Support Crew bekam ich außerdem immer wieder Zwischenstände und Zeiten zugerufen. Anfangs war ich irgendwo auf Platz 4 in meiner AK. Dann steigerte ich mich langsam und konnte Plätze gut machen. 8 Sekunden auf Platz 3. 40 Sekunden auf Platz 2 hatte ich aufgeschnappt. Ich wusste außerdem, wer aus meiner AK vor mir war, denn er hatte mich einmal überholt und dann haben wir uns nochmal an der Verpflegung gesehen. 

Sein Tempo konnte ich aber bis zu diesem Zeitpunkt nicht mitgehen. Kilometer 15: „Platz 3 und 50 Sekunden auf Platz 2. Come on!!!!“ Riefen sie mir zu. Den 2. Platzierten hatte ich jetzt komplett aus den Augen verloren. 

 Kilometer 20: „Platz 3 und 1 Sekunde auf 2!!!“ Ein geiles Gefühl, komisch war nur, dass ich ihn immer noch nicht gesehen habe. Was aber daran lag, dass er vor mir gestartet ist. Noch gut einen Kilometer, jetzt war ich am Limit, habe mich aber trotzdem so gepusht, dass ich am Ende mit über 40 Sekunden auf Platz 2 und einem Sprint finish ins Ziel kam. Komplett erschöpft lag ich erstmal 2 Minuten auf dem Boden, bis ich realisiert habe, was gerade passiert ist. Meine Freundin, meine Brüder und den Rest der Family habe ich erst gar nicht wahrgenommen. Als ich aufgestanden bin, habe ich dann gehört: „Platz 2 in deiner AK und 5. Overall! Du Maschine!“ „Das ist die WM-Quali!! JAAAAAAA!!!“ 

Ein absolut geiles Gefühl. Ich habe hinten raus alles gegeben, was ich noch im Tank hatte und wurde belohnt. Was für ein Gefühl. Was für ein Tag! Leider gab es in diesem Jahr keine Award Ceremony, den Award musste ich mir in einer alten Schule abholen. Zur Belohnung gab es abends Pizza und ein Bier. ☺ 

Damit verabschiede ich mich hoch motiviert in die OFF-Season – On to the next!

Bis bald

Janek

Laufen im Winter – so geht’s auch bei Minusgraden!

Beitrag von Team Kona Endurance Member Peter Kronberger.

Ich mag es warm und trocken – genau darum bin ich nach Bergen, Norwegen gezogen – die regenreichste Stadt Europas. Da es im Winter doch etwas kühl werden kann, gibt’s hier ein paar Learnings meinerseits, und wie ich mit der Kälte beim Laufen umgehe. 

Bevor ich einen längeren Lauf starte spaziere ich meist die ersten 100m einfach nur um mich kurz an die Kälte zu gewöhnen. Normalerweise laufe ich nicht langsamer los als sonst, worauf ich nur achte ist, dass es nicht zu steil bergauf geht zu Beginn. Eigentlich immer nehme ich ein zweites Paar Handschuhe mit (nicht direkt am Körper tragen sonst ist die Gefahr diese durchzuschwitzen zu hoch), um entweder wenn das erste Paar nass ist wechseln zu können oder wenn es sehr windig ist überziehen zu können bei Gegenwind. Generell ist meine Devise bei längeren Läufen lieber etwas mehr als zu wenig anziehen, da lange Läufe sowieso im Grundlagenbereich sein sollten und wenn man zu sehr zu schwitzen droht dann ist das eventuell ein Indiz, dass man zu schnell wird – ansonsten findet man immer einen Reißverschluss zum Lüften. Beispielsweise wenn es -8 Grad hat, habe ich dann ein Base Layer (UA Heatgear), ein sehr dünnes Funktionsshirt, ein langarm Tierwolle (ich persönlich benutze Merino Shirts von Ulvang) und eine dünne Daunenjacke. Mir reicht eigentlich immer eine Thermo Tight und auch bei den Schuhen oder Socken trage ich bei -10 das gleiche wie bei +30 – mit der Ausnahme, wenn es eisig wird, dann laufe ich mit einer Schneekette von Snowline an den Schuhen.  Eine Mütze und je nach Wind noch einen „Rundschal“ (Buff). 

Bei Intervallen benötige ich persönlich etwas mehr Kleidung, da es mir mega wichtig ist beim Aufwärmen nicht irgendwo kalt zu werden, laufe ich mich schon einmal, wenn es hart auf hart kommt (-12) mit 2 Daunenjacken und 2 Paar Handschuhe ein. Die Intervalle selbst mache ich ohne Daunenjacken, aber dafür benutze ich meist eine Thermo Weste und Merino Handschuhe, der Rest an Schichten ist gleich dem langen Lauf. Und falls man zu wenig anhat, spürt man wenigstens die Muskeln nichtmehr brennen während der Einheit ;-). Wenn der Untergrund harter Schnee ist laufe ich mit Trail Schuhe (Inov8), ist es eher Eis, dann einfach die Schneeketten anlegen – hatte auch mal Schuhe mit Spikes (Icebug), aber die passten mir persönlich von der Form nicht. Bei Schneesturm hoffe ich, dass ich entweder keine Intervalle am Plan habe, ansonsten versuche ich eine Unterführung zu finden, das schützt sehr gut. Gleich nach den Intervallen wird wieder in die Daunenjacken und andere Handschuhe gewechselt zum Auslaufen. Hat man allgemein mehr Probleme mit kalten Händen oder Fingern sind auch Handschuhe fürs Radfahren super oder sogar Motorradhandschuhe. Bei zu kalter Luft hilft mir eigentlich immer ein Buff, wobei ich auch schon Leute hier mit Gesichtsmasken gesehen habe, jedoch selbst so noch nie probiert. 

Da ich selbst kein großer Freund von Minustemperaturen war, hat es mir geholfen eine kleine Liste zu schreiben, wo man aufschreibt, was man bei welchem Wetter (Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind) getragen hat und wie es sich angefühlt hat – das hat mir relativ schnell geholfen mich anzupassen und die richtige Kombination zu finden. 

Zusammenfassend:

  • Tierwolle / Merino Layer (und Handschuhe) (e.g. Ulvang), da die Fasern hohl sind und somit auch noch warm halten wenn es nass wird
  • Schuhe, wie immer – wenn Eis, dann Schneekette (Snowline)
  • Handschuhe, immer im Doppelpack; aus Merino; auch Fäustlinge sind wärmer
  • Bei längeren Läufen lieber etwas mehr als zu wenig anziehen
  • Beim Aufwärmen vor Intervallen ordentlich anziehen, können schonmal 2 Daunenjacken sein. 
  • Buff vorm Mund schützt vor kalter Luft
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Peter Kronberger – TRI zu RAA zu TRI

750m schwimmen – hm – das sollte machbar sein. Obwohl, das sind 15 Bahnen in einem 50m Becken und sogar 30 in einem 25m Becken. So, schwer kann das nicht sein und es sind ja immerhin noch 4 Monate, etwa das dachte ich kurz bevor ich mich Mitte April 2014 um etwa 2 Uhr nachts zu meinem ersten Sprint Triathlon angemeldet habe. Wie es dazu kam? Nun ja. Ich war inmitten meines Studiums und wollte etwas Neues entdecken. Abwechslung. Den Körper wieder fit bekommen, der Kopf sollte es ja sein beim Lernen. 

Es war in den Osterferien, wo ich gerade für eine Prüfung lernte und mir in der Nacht eingefallen ist, dass es da doch einen Triathlon gab in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Ich erinnerte mich als ich als Kind manchmal zufällig die Veranstaltung gesehen habe, jedoch nie wirklich aktiv verfolgt, nur gestaunt mit welcher Geschwindigkeit die Athleten durch die Wechselzone gerannt sind. Damals hatte ich keine Ahnung, dass das ein Sprint Triathlon war, und es noch andere Distanzen gab. Aber all das lernte ich in der Nacht im April 2014. Die 5km Laufen – machbar. 20km Radfahren – kein Hindernis. Die 750m schwimmen – konnte mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal aktiv schwimmen war, war es in der Schule? Ich weiß es nichtmehr. Wie erwähnt, habe ich mich nichtsdestotrotz angemeldet und so begann das Training. 

Den Tag drauf ging es für mich gleich mal in das Hallenbad – Kraulen konnte nicht, aber so schwer kann das auch nicht sein. Gleich mal probiert und nach 10m, verschluckt und mittlerweile doch etwas nervös am Beckenrand anhaltend schwer an meiner Entscheidung gezweifelt. 4 Monate waren noch Zeit um mit diversen Youtube clips das Kraulen zu lernen. Hilfe wollte ich mir damals nicht suchen, mir war das zu unangenehm. Ich kann keine 10m kraulen und soll in 4 Monaten einen Triathlon machen, die lachen mich doch aus – das in etwa waren so meine Gedanken. So verbrachte ich dann beinahe jeden Abend in der Schwimmhalle um das Kraulen zu lernen, nebenbei das Laufen und Radfahren. 

Am 17. August 2014 war es dann soweit, voller Vorfreude, super nervös, aber mit einem Ziel stand ich beim Schwimmstart. Startschuss, und los ging es! Dieses Event war für mich mein Eintritt in den Triathlon. Ich war zufrieden mit meiner Leistung, es hat Spaß gemacht und ich war irgendwo im Mittelfeld. Nach diesem Event habe ich einfach weiter trainiert. Mir hat das Training an sich Spaß gemacht. Schwimmen, Radfahren und Laufen – jede Disziplin bekam für mich einen besonderen Reiz. 

Im Jahr darauf habe ich dann denn Ironman 70.3 St.Pölten gemacht, auch damit war ich relativ zufrieden, bis auf das Schwimmen, das lief so garnicht. Gleich zu Beginn bekam ich beinahe etwas Panik da überall nur alles aufgewirbelt war, es mein erstes Schwimmen im Neopren in diesem Jahr war und das Wasser nicht gerade Wohlfühltemperatur hatte. Die Erfahrung war einfach großartig – im Nachhinein betrachtet (ja, auch das Schwimmen). Die Unterschiede zwischen einem – nennen wir es Wald und Wiesen Triathlon – und einem Ironman Event waren für mich nochmal ein spannendes Erlebnis.

Ich machte dann noch ein paar weitere, für mich kleinere Events (mit klein meine ich Sprint Triathlons), bevor ich mich dann im Februar 2016 mit einem Freund für die 2er Staffel der Race Around Austria (RAA) Challenge angemeldet habe. Die RAA Challenge ist sozusagen das kleine Geschwisterchen des Race Around Austria – ein 2200km langes non-stop Radrennen um Österreich. Die RAA Challenge umfasst 560km und etwa 6500hm, auch ein Brett – aber im Team sollte das schon machbar sein. So war mein Projekt für 2016, und es war wirklich ein Projekt, da man in einem solchen Rennen ein Begleitfahrzeug haben muss, Radfahren – und organisieren – Auto, Fahrer, Navigator und was man sonst noch alles braucht. 

Der Tag kam immer näher und die Trainingskilometer wurden immer mehr, bis mir plötzlich mein Freund geschrieben hat er wurde gerade von eine Auto angefahren – zum Glück ging es ihm dementsprechend gut – aber mit dem Rennen wird es für ihn vermutlich nichts. Da es nicht ganz so einfach ist einen Ersatz zu finden beschloss ich es alleine zu versuchen. Zusammenfassend: Nach 300km war für mich Schluss. Mein rechtes Knie schmerzte extrem und ich war einfach nicht trainiert dafür. Was für eine Niederlage für mich, es beschäftigte mich sehr lange, da es nun irgendwie ein offenes Kapitel für mich war. Daher meldete ich mich im Jahr darauf als Einzelstarter an. Ich wohnte damals in Den Haag, was das Training für die 6500hm etwas schwierig machte. Der höchste Berg in der Nähe hatte ca. 10hm. Aber ich beschäftigte mich nun das erste Mal mit sowas ähnlichem wie strukturiertes Training und versuchte das so gut es ging (und ich es verstand) umzusetzen. Im August 2017 war es dann soweit und ich konnte die RAA Challenge in 22h und 43min finishen. Was war ich glücklich!

In den Monaten danach habe ich keinen großen Veranstaltungen gemacht – mehr kleinere lokale Läufe oder auch Radevents. Bis ich gemerkt habe, dass ich einfach nichtmehr so richtig besser werde. Es machte mir zwar Spaß, aber es macht noch mehr Spaß, wenn man sieht, dass man stetig besser wird. Deshalb habe ich beschlossen es mit einem Trainer zu versuchen und ich kann jetzt im Nachhinein sagen, dass das eine super Entscheidung war. Ich wage zu behaupten, dass man als ambitionierter Sportler gerne mal etwas zu viel trainiert, oder zu hart oder einfach irrsinnig viele Fragen hat und genau da ist eine Unterstützung gut. Ich weiß, dass ich gerne Wettkämpfe mache, ich mag das Gefühl an der Startlinie zu stehen, sei es ein lokaler Halbmaraton, ein Triathlon oder ein Radrennen, diese Mischung aus Anspannung, Nervosität und Vorfreude, aber was ich für mich gelernt habe, was ich noch lieber als Wettkämpfe habe ist das Training. Mir fällt es nicht schwer zu trainieren, wenn noch kein Ziel definiert ist. Klar, es gibt Tage, da ist man müder oder gestresst, aber ich mag es Tag ein Tag aus eine kleine (bei Flo ist sie auch manchmal größer 😀 )  Challenge zu haben. 

Janek Fischer – Mein Weg zum Triathlon

Hier kommt er nun, mein erster Blogeintrag überhaupt.

Als sie dann aus meinem Windschatten fuhr, sich beschwerte, dass ich doch weniger auf meinem Rad rumhampeln sollte, verstand ich die Welt nicht mehr und steckte mir nur noch ein Ziel an diesem Tag: „Vor ihr ins Ziel kommen!“

Das war ein Gedanke an meinem ersten Triathlon überhaupt. Aber alles der Reihe nach.

Ich bin Janek, 24 Jahre alt, wohne im wunderschönen 350 Seelendorf Lichenroth zwischen Fulda und Frankfurt und freue mich hier meinen ersten Blogeintrag zu schreiben. 

Zum Triathlon kam ich damals durch einen Kumpel, dessen Eltern aktive Rennradfahrer waren. Mit dem geliehenen Stahl-Rennrad mit klassischer Rahmenschaltung konnte ich erste Erfahrungen auf dem Rennrad sammeln und war sofort begeistert. Als ich dann 2009 erfuhr, dass die Eltern meines Kumpels an einem Triathlon teilgenommen haben, wusste ich noch nicht was ich mir darunter vorstellen sollte. „Du musst nur 500m schwimmen, 20km Rad fahren und anschließend noch 5km laufen!“ erzählte mir Johannes. Ich dachte, mega! Das schaffe ich auch. Rad fahren waren wir gelegentlich, schwimmen konnte ich auch (ich hatte immerhin den Freischwimmer!) und Laufen lag mir sowieso, da ich seit meiner frühen Kindheit schon Fußball spielte. So meldete ich mich also für den „Vogelsberger Volkstriathlon“ an. Das Event fand nur 10km von mir Zuhause entfernt statt. So konnte ich auf der Strecke bereits „trainieren“. 

Im August 2010 war es dann also soweit und ich stand mit einer Laufhose und einer Badekappe im Becken des Birsteiner Schwimmbads. Der Kampfrichter zählte die letzten Sekunden herunter und dann ging es ab! Denkste… 

Völlig überfordert mit der ganzen Situation bin ich irgend wie losgeschwommen. Alle, bis auf ein paar Ausnahmen, kraulten davon. Ich dachte, okay – das kannst du doch auch! Nachdem ich das also beobachtet hatte, wie Rest das machte, stellte ich meine Vorgehensweise auf so etwas Ähnliches wie Kraulen um. Schnell habe ich jedoch gemerkt, dass diese selbst zurecht gelegte Technik nicht den gewünschten Effekt hatte. Also schnell zurück zum Brustschwimmen. Immerhin war ich nicht der Einzige mit diesem Stil. Als ich dann sah, dass ich nicht als letzter aus dem Wasser krabbelte, freute ich mich doch ein wenig und lief in die Wechselzone. „Erstmal abtrocknen und dann weiter, auf gehts!“ hörte ich meine Mum rufen. Socken, Schuhe, Trikot, Helm und Brille an, los ging’s erstmal laufend raus auf die Radstrecke. Wie ein 14 jähriger mit viel zu großen Klickschuhen versucht aus der Wechselzone zu rennen, brauche ich hier wahrscheinlich niemandem zu erzählen. 

Am letzten Anstieg vor der Wechselzone pöbelte mir eine Dame entgegen, die davor gemütlich in meinem Windschatten mitfuhr:„Hör doch mal auf so rumzuhampeln, Mann!“ Völlig perplex und verständnislos fragte ich mich, was ich falsch gemacht hatte?

Naja, scheinbar doch nicht zu viel, denn ich kam tatsächlich vor ihr ins Ziel. Beim Überholen schenkte ich ihr zum Abschied noch ein freundliches Lächeln. Das war wohl ein kleiner, großer Erfolg für mich! 🙂 

So kam ich also das erste Mal so richtig mit Triathlon in Berührung. In den beiden darauffolgenden Jahren startete ich nochmals in Birstein, bis die Veranstaltung leider nicht mehr ausgetragen wurde. Ich widmete mich anderen Sportarten wie Klettern, Bergsteigen und Fußball. Das Thema Triathlon trat in  dem Hintergrung, das Laufen habe ich allerdings nie komplett aufgegeben und nahm auch am ein oder anderen Volkslauf teil. Hier motivierte mich immer mein Dad, der mich mit genommen hat, wenn mal wieder ein Volkslauf anstand.

Im Jahr 2017 schaute ich durch Zufall im TV eine Doku zum Thema Triathlon. Schon war meine Begeisterung für diesen Sport neu entfacht. Noch im selben Jahr startete ich über die Sprintdistanz in Eschwege und nahm beim Frankfurt Marathon teil. Danach war ich hoch motiviert und meldete mich für den Ironman 70.3 im Kraichgau für das darauffolgende Jahr an. Mit ziemlich unstrukturiertem Training und einem selbst zusammengebauten Rennrad mit Triathlon-Lenker finishte ich nach vielen Höhen und Tiefen nach etwa 5,5 Stunden. Bis dato war mir nicht bewusst, wie glücklich ein Stück Apfel und ein TUC-Cracker machen können! Das war die Rettung auf der Laufstrecke. Die Zuschauer, die Stimmung und das Anfeuern trugen dazu natürlich auch einen wesentlichen Teil bei.

Nach dem Ironman war dann die Faszination für den Sport voll da. Zum Glück war ich noch für den berühmten Allgäu Triathlon gemeldet. Dort wurde definitiv nicht zu viel versprochen. Ein mega geiles Event! Da sich aber an meinem Vorbereitungsstil nichts geändert hatte, war der ganze Tag eine ziemliche Qual mit direktem Weg ins Motivationsloch. Viel zu oft habe ich mir während diesem Rennen die „Warum tue ich mir das eigentlich an?“ – Frage gestellt und ich wollte danach von Triathlon erstmal gar nichts mehr wissen.

Nach dem ich im August aus beruflichen Gründen nach München gezogen bin, schaffte ich immerhin im Oktober mal 7 km zu laufen. Ansonsten kehrte ich zum altbewährten Fußball zurück und hielt mich mit Krafttraining fit.

Die nächste Kehrtwendung sollte dann 2019 erfolgen. Kurz vor dem Jahreswechsel 2018 verschlug es mich zu  2-3 Rennrad Ausfahrten in die Berge. Mit der Ankunft meines neuen Rennrads im neuen Jahr, zog der Ehrgeiz gleich mit ein und mein Wettkampffieber war zurück. Ich suchte mir in München einen Verein und trainierte von da an beim MRRC München. Vor allem das Schwimmtraining wurde hier regelmäßiger. Dort lernte ich auch meinen mittlerweile sehr guten Freund und Trainingspartner Christoph kennen, mit dem ich mich auch heute noch regelmäßig zum Training treffe. Mit ihm kann ich mich messen, was mich damals nur noch mehr Antrieb.

Mit dem nun regelmäßigen Training war das nächste greifbare Ziel wieder die Mitteldistanz. Die Challenge Kaiserwinkl-Walchsee war die Einzige, bei der es noch ein paar Startplätze gab. Gleichzeitig ließ ich mich auf die Warteliste für den Allgäu Triathlon setzen. Schließlich hatte ich dort noch eine Rechnung offen. Also absolvierte ich die „Hitzeschlacht von Walchsee“ und konnte mich sogar für „The Championship in Samorin“ qualifizieren. Wie es das Schicksal wollte, konnte ich sogar noch einen der letzten Startplätze für den Allgäu Triathlon ergattern.

Ein paar Wochen zuvor bin wieder zurück in mein Heimatdorf gezogen. Privat stand einiges an,  Umzugsstress und die Situation 400 km von meinen Trainingspartner entfernt zu sein, machten diese Zeit aus sportlicher Sicht nicht gerade zu der Besten. Wie das so ist, zurück im alten Umfeld – zurück in alten Gewohnheiten, schenkte ich dem Fußball wieder meine gesamte Aufmerksamkeit. Als hätte ich in den Jahren zuvor nichts gelernt, musste ich wieder feststellen, dass der Fußball mir nicht reichte. Also meldete ich mich für den Halbmarathon in Frankfurt an, erreichte mein Ziel unter 01:28:00 zu laufen und entschloss, mich voll und ganz, auf die Challenge Samorin zu fokussieren. (Vor diesem Ereignis wäre es für mich völlig okay gewesen, einfach nur teilzunehmen)

Als ich dann Anfang April eine neue PB bei einem Trainingslauf im Halbmarathon lief, wollte ich noch mehr. Ich beendete meine Fußball Karriere und hängte meine Fußballschuhe symbolisch an den Nagel. 

Ich wusste, um das zu erreichen, brauchte ich einen Trainer. Und hier kam Flo ins Spiel 🙂 

Flo kannte ich bis dato nur durch Social Media und wusste, dass er nebenbei auch Coaching anbietet. Nach einer  kurzen Nachricht von mir, telefonierten wir und eine Woche später hatte ich den ersten Block in TrainingsPeaks stehen. Das Ziel war klar: Challenge Samorin im Mai 2020! 

Falsch gedacht..

Denn jetzt kam Corona und das Event fand so wie geplant nicht statt. Wir trainierten trotzdem weiter wie geplant und unser Ziel war es mich erstmal ins regelmäßige Triathlon Training zu bringen. So konnte ich mich auch durch zusätzliche Zeit an die Belastungen gewöhnen. 

Nachdem das Event zuerst verschoben und aufgrund der anhaltenden Pandemie nun für Mai 2021 angesetzt ist, war ich zwar sehr enttäuscht, aber diesmal hat es meiner Motivation keineswegs geschadet. Ich dachte: „Was soll’s, dann eben nächstes Jahr, so kann ich ein noch besserer Athlet werden.“

Um die Spannung im Training trotz keiner stattfindenden Wettkämpfe 2020 aufrecht zu erhalten, bauten wir immer wieder kleine Highlights ein. Ein größeres Highlight konnte dann aber doch noch stattfinden. Der Westspangenlauf in Saarbrücken über die Halbmarathon Distanz konnte tatsächlich unter strengen Corona-Regeln stattfinden. Dort war jeder Teilnehmer komplett auf sich alleine gestellt, da in gewissen Abständen zu einander gestartet wurde. Es war also ein Rennen gegen mich selbst und die Uhr. Ich kam nach 1:20:46 ins Ziel und erreichte eine deutliche Verbesserung meiner PB im Vergleich zu März um 7 Minuten bei einem offiziellen Rennen. 

Consistency und gutes Coaching waren hier der Schlüssel zum Erfolg 🙂 

Abschließend würde ich sagen, dass ich einen ziemlich durchwachsenen Start mit dem Triathlon hatte. Jetzt bin ich aber voll dabei und liebe das tägliche Training! 

In meinem nächsten Blogbeitrag erzähle ich euch wie ich das tägliche Training in meinen Alltag integriere.

Ihr habt noch Fragen, Rückmeldungen oder auch Kritik? Schreibt mir gerne!

Bis bald, 

Janek